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GESCHICHTE DER WIENER GASOMETER

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Der Anfang der Gasometer in Wien

Am Gasometer wurde im Oktober 1896 begonnen zu bauen. Nur in ca. 70(!) Tagen war die Hülle - die Ziegelaußenwand von über 1000 Arbeitern fertiggestellt. Das Gaswerk wurde direkt neben dem Donaukanalufer erbaut und bestand aus Gebäuden zur Gasgewinnung mittels Kohle und den vier zylindrischen Gasbehältern. Aufgrund der großen Tankuhren, die den Füllstand der Behälter anzeigten, wurden die Gebäude "Gasometer" genannt.

Technische Details

Die Gasometer haben einen Außendurchmesser von 64,90 Meter. Die Oberkante der Mauer befindet sich in 39,40 Metern Höhe. Die Spitze mit der Laterne ("Häubchen am Dach") befindet sich in 67,38 Meter vom Boden oberhalb des kreisförmigen Daches mit einem Radius von 43,50 Meter und einer Höhe von 13,33 Metern. Das Fassungsvermögen pro Behälter betrug 90000 Kubikmeter Gas.
Die Mauerstärke am Betonfundament beträgt 4,5 Meter (Grund) bis 1,6 Meter (Eingang). Auf diesem Wurde die sichtbare Ziegelaußenwand aufgesetzt, die eine Breite von 1,6 Meter bis 0,9 Meter aufweist. Die Abweichungen beim Bau des Radius betragen nur 2 cm ! Eine beachtliche Leistung für die damalige Zeit. Auf dem Betonfundament befand sich ein Becken, das mit Wasser gefüllt war, um das Austreten von Gas zu verhindern und die Behälter nach unten hin abzudichten. (Prinzip der Taucherglocke)

Gas für Wien

Das Gaswerk gewann durch die Herstellung von Koks aus Kohle Kohlegase, die bei starker Erhitzung von Kohle frei werden. Zuerst fand das Gas nur als Energie (Brennstoff) für die Beleuchtung von Straßen und öffentlichen Einrichtungen gebrauch. Erst im Laufe der Zeit wurde das Gas auch zum Heizen und Kochen verwendet. Die Versorgung mit Gas erfolgte am Anfang durch private Firmen, die eigene Gaswerke in Wien verstreut aufbauten. Das Netz der Leitungen war zuerst nur in der Gegend der Rotenturmstraße im 1. Bezirk ausgebaut - wurde aber dann im ständig Ausgebaut. Die Gemeinde Wien entschloß sich dann die bisherigen privat geführten Gaswerke aufzukaufen um eine Versorgung von ganz Wien mit Gas sicherzustellen. Dafür baute dann die Gemeinde Wien das Gaswerk mit den vier Gasometern in Simmering. Von der Anlage ist heute bis auf die Gasbehälter, dem Bürogebäude, Reglergebäude und dem Wasserturm zur Druckregulierung leider nichts mehr erhalten.

Die Zeit danach

Bis 1984 waren die Bauten als Gasbehälter in Betrieb. Mit der Umstellung auf Erdgas hatten Sie keine Verwendung mehr und man entschloß sich für die Schließung. Das Innenleben der Behälter - die Metallbehälter hinter der Ziegelwand - wurden demontiert und man nützte den dadurch entstandenen großen Freiraum für diverse Ausstellungen, als Drehort für einen James Bond Film und für regelmäßige Techno und Rave Clubbings, die dort abgehalten worden sind.

Neue Nutzungskonzepte

Die Stadt Wien fiel 1997 die Entscheidung, die vier Gasometer unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes (Ziegelaußenwand und Stahlbauträgerkonstruktion des Daches) mit neuen Leben zu füllen. Hierfür wurden die Architekten Jean Nouvel (Gasometer A), Coop Himmelb(l)au (Gasometer B), Manfred Wehdorn (Gasometer C) und Wilhelm Holzbauer (Gasometer D) beauftragt, für jeweils einen der Behälter den Umbau zu gestalten.

Die "neuen" Gasometer

Alle bis auf den letzten Gasometer, sind von den Architekten, so "neu" gestaltet, dass sie einen kreisrunden Innenhof beinhalten, zu dem die Fenster der Wohnungen und Büros gerichtet sind. Die Höfe sind nicht überdacht - das alte Dach bleibt - wurde aber abgedeckt, sodass nur mehr die Stahlträgerkonstruktion erhalten bleibt. Im Gasometer D hingegen wird das Innere in Segmente mit 3 Höfen aufgeteilt. Die Wohngeschoße beginnen erst ab dem 5. Obergeschoß in 30 Meter Höhe ober der Straße wodurch eine schöne Aussicht über Wien aus den Fenstern gegeben ist.

In den ersten zwei Geschoßen der Gasometer entsteht ein Shoppingcenter, das alle vier Gasometer verbindet und den direkten Zugang zur U-Bahn Haltestelle ermöglicht. Der Gasometer A wird mit seinem Eingang direkt bei dem Aufgang der U-Bahn den Eintritt in das Shoppingcenter erlauben und in den höheren Geschoßen Miet- bzw. Eigentumswohnungen und Büros  beinhalten. Im Gasometer B werden ein Studentenwohnheim, eine Veranstaltungshalle für 4000 Personen und in den hohen Stockwerken Mietwohnungen errichtet. Der Gasometer C wird einen begrünten Innenhof erhalten und im Keller über eine Parkgarage verfügen. Außerdem besteht hier eine verglaste Brücke von dem Shoppingcenter zum Kino auf der anderen Seite der Guglgasse. Das Stadt- und Landesarchiv wird in den ersten 4 Geschoßen des Gasometer D einziehen. Ober dem Archiv befinden sich Miet- und Eigentumswohnungen. Am Anschluß zum Gasometer D wird ein Kindergarten gebaut.

So gut wie alle Wohnungen sind bereits über die Errichter GESIBA, SEG und GPA vergeben.

Technik von morgen und heute

Die Gasometer werden mit modernster Technik ausgestattet. Ein eigenes Intranet vernetzt alle Wohnungen, Büros und Geschäfte miteinander und bietet auch einen direkten Anschluß zum Internet. Für jeden Bereich (Geschäfte, Büros, Wohnungen) sind eigene Aufzüge vorhanden, sodass ein schnelles Fortbewegen bei größtmöglicher Sicherheit gewährt wird.

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Last modified: Wed, 08. May 2002 - 21:02:39 MET   URL: http://www.poeschek.com/Gasometer/Gasometer_Geschichte/gasometer_geschichte.shtml
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